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defunes.de - Eine Seite rund um Louis de Funès


Schnittbericht zu Louis der Geizkragen


Verglichen wurde die französische DVD-Version von StudioCanal mit der deutschen Atlas-Verleihcassette.

Dies ist mit Sicherheit die am meisten verstümmelte Fassung eines Louis de Funès Films in Deutschland. Insgesamt wurden über 25 Szenen entfernt, bzw. modifiziert. Die Synchronisation ist zwar größtenteils sinngemäß, aber sehr überzogen und mit allerhand ordinären Sprüchen unterlegt worden.
Außerdem wurde die Originalmusik, bei der es sich um barocke Stücke handelt durch "poppigere" Musik ersetzt.
Die Zeiten beziehen sich auf die französische DVD.

Länge der französischen DVD: 116 min.
Länge der deutschen Videocassette (Taurus): 73 min.

0:01:04
Hier schon der erste Hammerschnitt: Valère sitzt mit Élise in einem Zimmer. Valère lässt verlauten, dass er in &Ecute;lise verliebt ist. Diese erwidert seine Gefühle zwar, ist aber in großer Sorge, dass ihr Vater diese Liebe niemals akzeptieren werde. Sie rät ihm, sich bei ihrem Vater beliebt zu machen.

Cléante kommt einige Zeit später von oben in das Zimmer und erzählt seiner Schwester, dass auch er verliebt ist. Aber genau wie seine Schwester sorgt er sich darum, wie sein Vater wohl darüber denkt. Falls dieser dagegen sein sollte, ist Cléante fest dazu entschlossen mit seiner Liebsten fortzugehen. Eine insgesamt sehr wichtige Szene, die mit einigen symbolischen Elementen ausgestattet wurde (rote Wände, Gitterstäbe, Textblätter aus Molières Originalentwurf im Hintergrund)

Szenenlänge: 9:17 min.


0:11:46
Harpagon läuft etwas länger die Treppe hinunter. Hierbei handelt es sich offensichtlich um einen Filmriss.

Szenenlänge: 3 sec.


0:25:40
Die Szene, in der Valère Harpagon versucht zu überzeugen, dass Anselme nicht recht der richtige Mann für Élise sein könnte, ist um einiges länger. Valère erklärt Harpagon, Anselme sei zu alt für seine Tochter.

Szenenlänge: 41 sec.


0:26:56
Während Harpagon mal wieder nach seinem Geld schaut, reden Valère und Élise noch etwas länger. Valère gibt Élise Ratschläge wie man die Heirat verhindern könnte - zum Beispiel, indem sie eine Krankheit vortäuschte.

Szenenlänge: 26 sec.


0:28:47
Cléante und La Flèche reden über das Treffen mit dem Geldverleiher. La Flèche erzählt ihm außerdem, welche Bedingungen der Geldverleiher stellt.

La Flèche erklärt ihm, dass er neben unglaublich hohen Zinsen auch nicht die gesamte Summe von 15.000 Talern geliehen bekomme, sondern stattdessen mit einigen (höchst unbrauchbaren) Dingen im Wert von 3.000 Talern ausstaffiert wird. Zu diesen Dingen zählen u.a. ein vierfüßiges Bett mit ungarischer Stickerei, ein Gänsespiel, eine alte Bologneser Laute und eine mit Heu ausgestopfte Eidechsenhaut. All die aufgezählten Dinge werden in kurzen Theatereinlagen aufgeführt.

Szenenlänge: 3:44 min.


0:37:26
La Flèche und Frosine reden etwas länger. La Flèche betont noch einmal deutlich, dass es beinahe ausweglos sei, Harpagon nach Geld zu fragen, Frosine ist jedoch zuversichtlich.

Szenenlänge: 52 sec.


0:46:33
Während Frosine Harpagon bis zur Schleimschmalzgrenze schmeichelt, erwähnt sie außerdem wie wunderhübsch er sei, und wie grazil seine Bewegungen anmuten. Harpagon führt daraufhin einen kleinen Tanz auf.

Szenenlänge: 1:05 min.


0:49:12
Harpagon tritt ein und ordnet seiner Putzfrau an, alle Möbel zu putzen, doch nur nicht zu fest aufzutragen, sie könnten ja sonst abnutzen. Er übergibt ihr zudem die Aufgabe, auf die Flaschen aufzupassen. Falls eine fehlen sollte, werd sie ihr vom Lohn abgezogen.

Szenenlänge: 39 sec.


0:49:56
Harpagon spricht mit Brindavoine und La Merluche, den beiden Dienern. Ihnen trägt er auf, die Gläser zu spülen und einzuschenken - allerdings nur, wenn jemand noch Durst habe. Brindavoine hat aber einen Ölfleck auf seiner Weste und La Merluche ein großes Loch in seiner Hose.

Doch anstatt, dass Harpagon ihnen neue Kleider verschafft, zeigt ihnen er ihnen wie man sich anstellen soll, damit es nicht auffällt. La Merluche soll die ganze Zeit an der Wand stehen und Brindavoine einen Hut auf den Fleck halten.

Szenenlänge: 2:08 min.


0:56:02
Meister Jacques beklagt den Gesundheitszustand der Pferde etwas mehr. Da die Pferde so abgemagert sind und Meister Jacques so sehr an seinen Pferden hängt, bittet er Harpagon, die Pferde nicht ausfahren zu lassen. Harpagon lehnt ab, und daraufhin bittet Meister Jacques ihn, jemand anderen als Kutscher fahren zu lassen, da er nicht mitbekommen möchte wie seine Pferde vor Hunger sterben. Die Pferde werden hier durch Wandillustrationen dargestellt.

Szenenlänge: 1:11 min.


1:00:32
Nachdem Meister Jacques Harpagon erzählte, was andere über ihn denken und anschließend Stockhiebe bekam, geht der Streit hier noch weiter, allerdings nicht mehr mit Harpagon, sondern mit Valère.

Valère lacht ihn zunächst mehr oder weniger aus, Meister Jacques droht, ihm zur Abwechslung auch mal ein paar Stockhiebe zu verpassen. Valère reißt ihm den Stock aus der Hand, droht daraufhin Meister Jacques und schlägt ihn einige Male mit dem Stock. Meister Jacques sagt sich daraufhin, dass er nie wieder die Wahrheit erzählen werde.
Eine sehr wichtige Szene wie ich finde, denn sie zeigt deutlich, weshalb sich Meister Jacques zu der Verleumdung am Ende hinreißen lässt.

Szenenlänge: 1:37 min.


1:03:14
Mariane sagt Frosine, dass ihr ganz und gar nicht wohl bei dem Gedanken sei, einen fremden Mann zu heiraten und dass sie immerzu an den jungen Mann denken müsse, der sie schon häufiger besucht hat.

Szenenlänge: 1:30 min.


1:07:56
Mariane redet länger mit Cléante, die Einstellung von Cléante (rechts) wurde einfach etwas nach vorne geschoben, damit der folgende Schnitt nicht auffällt.

Szenenlänge: 3 sec.


1:08:01
Cléante macht Mariane noch etwas länger deutlich, dass es ihm keine Freude bereiten würde, sie zukünftig als Stiefmutter anzusehen. Mariane stimmt ihm voll und ganz zu, Harpagon entschuldigt sich jedoch immerzu nur für das Verhalten seines Sohnes und verbietet ihm so zu sprechen. Cléante nimmt Mariane anschließend zur Seite, kniet sich vor sie nieder und sagt ihr "im Namen meines Vaters", dass er noch nie ein schöneres Geschöpf zuvor gesehen habe. Harpagon sagt, er könne dies auch selbst sagen, er habe auch eine Zunge.

Szenenlänge: 1:29 min.


1:13:36
Élise und Mariane reden kurz darüber, dass Cléante ihr schon erzählt habe, wie sehr er sie liebt und was für ein Kummer die beiden haben mussten. Beide freuen sich, sich nun endlich kennengelernt zu haben. Anschließend fragt Cléante Frosine, ob sie es für ihn arrangieren könnte Harpagon von seinen Heiratsplänen abzuhalten, worauf sie einwilligt.

Szenenlänge: 1:02 min.


1:18:27
Eine weitere sehr wichtige und lange Szene, die gnadenlos herausgeschnitten wurde:
Nachdem Harpagon beobachten konnte, wie sehr Cléante an Mariane interessiert ist, begibt er sich mit ihm in eine Kammer und fragt ihn, was er von Mariane halte. Natürlich spricht er nur schlecht von ihr, um seinen Vater eventuell davon abzubringen sie zu heiraten. Harpagon findet, dass es schade sei, dass er sie nicht so sehr mag, denn er habe sich entschieden, sie doch nicht zu heiraten und sie seinem Sohn zu überlassen.

Cléante ist natürlich absolut aus dem Häuschen, und sagt, dass es nicht so schlimm sei, dass er sie noch nicht sehr mag, das könne ja noch werden, etc. Sein Vater verneint jedoch. Daraufhin beschließt Cléante, seinem Vater die Wahrheit zu sagen. Harpagon stellt mit sanfter Stimme Fragen, wie oft er sie schon getroffen habe, und ob er sie auch wirklich liebe. Als Cléante fertig ist, lässt Harpagon den Hammer fallen. Er befiehlt Cléante sich Mariane aus dem Kopf zu schlagen und baldigst die Witwe zu heiraten.

Harpagon und Cléante, beide blind vor Wut, gehen zu Meister Jacques und bestimmen ihn als Richter in dieser Angelegenheit. Meister Jacques läuft abwechselnd zu den beiden hin und her und hört was sie zu sagen haben, um es an den Gegenüber zu vermitteln.

Nach einigen Worten merkt man, dass Meister Jacques anfängt, genau das Gegenteil von dem zu weiter zu geben, was die beiden überhaupt sagen. Es endet so, dass jeder vom anderen denkt, klein beigegeben zu haben.
Harpagon schaut anschließend Meister Jacques an und greift in seine Tasche. Meister Jacques denkt, er werde nun belohnt, doch dann holt er nur sein Taschentuch heraus um kräftig zu schneuzen.
Nachdem Meister Jacques gegangen ist, ruft Harpagon Brindavoine und La Merluche zu sich, hält ihnen ein Goldstück vor die Nase und legt dies in die Hand von La Merluche.

Doch der öffnet seine Hand und das Goldstück ist weg. Harpagon hat den beiden einen ganz schön miesen Streich gespielt. Das Resultat dieses Streiches sieht man auch in der deutschen Fassung: Später kommen Brindavoine und La Merluche zu Harpagon in den Garten und spielen den gleichen Streich mit ihm. Nur leider wissen die Zuschauer der deutschen Fassung nicht, warum.

Harpagon und Cléante sprechen wieder miteinander. Beide sind froh, dass die Streitigkeiten aus dem Weg geräumt wurden. Natürlich merken sie jedoch bald, dass keiner von seinen Plänen ablassen will. Harpagon verstößt und enterbt Cléante, dies scheint ihm jedoch egal zu sein, denn er versichert, dass er von nun an keine Möglichkeit mehr auslassen wird um Mariane für sich zu gewinnen.

Szenenlänge: 9:31 min.


1:30:36
Eine kleine symbolische Theatereinlage wurde entfernt, in der Harpagon noch weiter seinem Geld hinterher trauert und schwört, dass er den Dieb fassen werde.

Szenenlänge: 35 sec.


1:37:13
Das Verhör mit Valère ist etwas länger.

Szenenlänge: 26 sec.


1:38:15
Und schon wieder wurde etwas vom Verhör herausgeschnippelt. Valère beteuert ausdrücklich seine Unschuld.

Szenenlänge: 46 sec.


1:39:16
Man dachte sich wohl: "Aller guten Dinge sind drei": Wieder wurde im Verhör ein Stück Dialog entfernt. Valère versteht noch immer nicht, dass es nicht Élise ist, von der Harpagon spricht.

Szenenlänge: 59 sec.


1:41:47
Wieder einmal wurde eine symbolische Szene entfernt. Nachdem Harpagon davon sprach Valère aufs Rad flechten zu lassen, sieht man Valère, wie er sich besinnungslos auf einem Rad dreht und Harpagon als Henker verkleidet auf ihn einschlagen will. Élise kommt zu ihm und versucht, ihn davon abzuhalten.

Szenenlänge: 20 sec.


1:42:18
Während Élise weiter auf ihren Vater einredet, sagt Harpagon, dass er sich nicht umentscheiden werde, und dass die Justiz ihre Pflicht tun solle. Mesiter Jacques sagt zu sich, dass das seine Stockschläge nun bezahlen werde.

Szenenlänge: 16 sec.


1:44:30
Der Dialog, in dem Valère beweisen muss, dass er Don Thomas kannte ist um einiges länger.

Szenenlänge: 1:33 min.


1:49:43
Mariane berichtet Cléante, dass der Himmel ihr soeben einen Bruder und einen Vater geschenkt hat.

Szenenlänge: 13 sec.


1:50:40
Die Abschlussszene, in der es ein Festessen und Musikanten gibt, wurde deutlich gekürzt.

Außerdem erwischt Harpagon Brindavoine und La Merluche wie sie miteinander tanzen und bringt sie gewaltsam auseinander.

Szenenlänge: 2:22 min.


1:53:41
Bevor Harpagon aus der Höhle hinausgeht, flüstert ihm Molière aus dem Bild noch etwas zu. Er sagt "Viel Glück, lieber Harpagon". Eine sehr schöne Szene, die leider auch gnadenlos herausgenommen wurde.

Szenenlänge: 14 sec.


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Das Datum der jeweiligen Sendetermine bezieht sich auf das tatsächliche Datum, nicht das der Fernsehzeitung

Die Titel der hier aufgeführten Filme müssen nicht zwangsläufig mit den Sendetiteln übereinstimmen